Mittwoch, 15. Oktober 2014

Disruption durch Mobile Internet


Innovationen und neue Technologien haben in der Vergangenheit immer wieder bewährte Geschäftsmodelle verdrängt und teilweise vollständig ersetzt - Disruption durch Technologien und Innovationen -  so zum Beispiel Kutschen durch Eisenbahn und Motorfahrzeuge, Schreibmaschinen durch Computer, Floppy Disk’s durch CD’s oder DVD’s, Analog-Kameras durch digitale Geräte wie Smartphones, usw. Mobiles Internet ist gemäss den Untersuchungen von McKinsey & Company eine der Technologien, die heute eine sehr starke Rolle spielt und in der Zukunft noch viel wichtiger sein wird. 

Mobiles Internet erfüllt die Voraussetzungen einer Disruption hinsichtlich folgende Punkte:

Geschwindigkeit
Disruptive Technologien schreiten in ihrer Weiterentwicklung sehr schnell voran oder/und haben eine hohe Durchdringungsrate aufgrund Ihres Preis/Leistungs-Verhältnisses im Vergleich mit den bisherigen Technologien. Einige Beispiele: 
  • 5 Million Dollar kostete der schnellste Computer (CDC-7600) im Jahre 1975. iPhone 4 hat die gleiche Performanz (MFLOPS) kostet aber 12’500 mal weniger. 
  • Der Verkauf von Smartphones konnte seit der Lancierung des iPhones im Jahre 2007 über das Sechsfache gesteigert werden.
Auswirkung
Damit eine Technologie ökonomisch eine Disruption bewirkt, muss sie eine grosse Auswirkung auf bestehende Produkte, Maschinen oder Lösungen haben und neue Märkte für Dienstleistungen, Techniken und Produkte eröffnen.
  • Durch mobiles Internet sind über 4.3 Milliarden Menschen mit dem Internet verbunden; somit wird für fast alle Unternehmen ein riesiger Markt für neue Produkte und Dienstleistungen zugänglich.

Ökonomische Wertschöpfung
Eine disruptive Technologie muss das Potential haben, einen massiven wirtschaftlichen Nutzen zu schaffen. Der Mehrwert spiegelt sich in der Profitabilität oder Einsparungen wieder.
  • 1.7 Billionen Dollar werden dem BIP (Bruttoinlandprodukt Welt) über Internet-Transaktionen zugeschrieben.
Aktuelle Analysen und Statistiken zeigen, dass im Jahr 2013 mehr Geräte, wie Smartphones oder Tablets, für das mobile Internet abgesetzt wurden als Laptops. Gemäss Bundesamt für Statistik besassen bereits 2010 92% aller Haushalte ein Mobiltelefon und 54% sogar zwei oder mehr Geräte. Per März 2013 nutzten 41.7% der Schweizer Bevölkerung das Internet mittels mobiler Geräte.



Die McKinsey & Company Analyse bezüglich der Disruption vom mobilen Internet zeigt auch auf, in welchen Bereichen die Disruption von mobilem Internet ihren Einfluss hat, beziehungsweise noch haben wird:

Grosse Auswirkung auf
  • Das Konsumverhalten
  • Neue Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmer
  • Produkte und Dienstleistungen
  • Ökonomisches Wachstum und Produktivität

Mittlere Auswirkung auf
  • Das Arbeitsverhalten
  • Die Verschiebung des Mehrwerts vom Produzenten zum Konsumenten
  • Organisatorische Strukturen

Latente bzw. potentielle Auswirkung auf 
  • Lebensqualität, Gesundheit und Umwelt
  • Die Verschiebung des Mehrwerts zwischen Produzenten oder Industriezweigen
  • Die Veränderung von Vorteilen einzelner Länder
  • Die Beschäftigung
  • Regulatoren und Gesetzte


Die aufgeführten Auswirkungsfelder, welche durch disruptive Technologien und Innovationen stark beeinflusst werden, deuten darauf hin, dass die bisherigen Geschäftsmodelle und Strategien überdenkt, überarbeitet oder gar neu definiert werden müssen. Ansonsten droht der gleiche Werdegang wie zum Beispiel der Schreibmaschinen-Industrie, den Herstellern von analogen Fotokameras (KODAK Pleite) oder ganz aktuell der traditionellen Uhrenindustrie (vergleiche dazu den Beitrag von SRF).

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